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Tips und Tricks

Naturgetreue Felsformationen


Felsen gehören ebenso wie natürlich gestaltete Gras- und Buschlandschaften zu jeder Modellbahn. Nach einiger Übung habe ich ansprechende Felsbilder zustande gebracht. Die folgenden Tips sollten dabei helfen.

Der Unterbau

Ich verwendete als Unterbau ein massives Rahmengerüst aus 80 x 20 mm Leisten. Darauf wurde ein Spantengerüst aus 10 mm Sperrholz errichtet.


Auf den Spanten kann das Trägermaterial für den Landschaftsbau (Alufliegengittergewebe) mit einem Tacker aufgebracht werden. Das Fliegengitter wird an den Kanten umgebogen, um mehr Halt zu erreichen. Weiters stehen dann keine spitzen Drahtlitzen ab.


Der Geländebau

Nun kommt der eigentliche Geländebau. Auf das Alugewebe werden zunächst Gipsbinden vollflächlig aufgebracht um Gips zu sparen. Hier sieht man eine kleine Grotte, welche mit Gips auf Styrodur modelliert wurde.


Nun kann der Modellgips angerührt und auf die wieder befeuchteten Gipsbinden aufgebracht werden. Dabei ist unbedingt auf folgende Punkte zu achten:

  • Nur soviel Gips anrühren, wie in 5 bis 8 Minuten verarbeitet werden kann.
  • Den Gips nicht zu dick anrühren. Er sollte eher sämig dünnflüssig sein. Erst nach 2 Minuten Abbindezeit mit dem Verarbeiten beginnen.
  • Nicht zuviel rühren! Der Gips wird sonst später nicht richtig hart und bröckelt.

Bei Anbringen des Gipses auf die Geländehaut kann man eigentlich nichts falsch machen. Mit einer Spachtel kann die spätere Felsenform bereits vorgeformt werden.

Wichtig: Unterführende Schienen müssen unbedingt abgedeckt werden!!!


Betonstützmauern

Stützmauern aus Beton gelingen gut, indem man nach Antrocknen des Gipses mit einem feuchten Finger nochmals darüberwischt. Die so entstehende, raue Oberfläche entspricht Beton sehr genau. Dabei darf der Gips noch nicht vollständig ausgehärtet sein. Vorsicht: Dieser Zustand hält nur wenige Minuten an. Notfalls mit reichlich Wasser vor dem Austrocknen nochmals überreiben.

Steinmauern

Natursteinmauern entstehen, indem man mit einem Messer (ich verwende Schnitzmesser) nach Antrocknen (der Gips ist aber noch feucht!) ein entsprechendes Muster eingraviert. Die Gipsschicht darunter darf nicht zu dünn sein, sonst fallen die eingravierten Ziegel sofort heraus, da der Gips wegbricht. Mit einem trockenen Pinsel die Gipsreste entfernen.

Felsen

Felsstrukturen werden während der Trocknungszeit eingraviert. Nachdem Betonmauern und Ziegelmauern (Steinmauern) gestaltet wurden, kommen die Felsen in der zeitlichen Reihenfolge am Schluß. Hier sollte der Gips schon relativ stark verfestigt sein. Er darf aber auf keinen Fall trocken sein (niemals stehen lassen, um am nächsten Tag weiterzumachen!). Mit Schnitzmessern läßt sich der Gips nun sehr gut bearbeiten. Man versucht, durch schnitzen, ritzen und schaben die Felsstrukturen herauszuarbeiten. Das gelingt relativ leicht. Ich verwende drei verschiedene Messer zum Bearbeiten.

Alternativ kann man auch Gipsgussformen, z. B. von Woodland Scenics (Noch) verwenden. Hier ein Beispiel von meiner Z-Anlage:


Nachdem die Strukturen erstellt wurden, muß der Gips vollständig ausgetrocknet sein, um mit dem nächsten Schritt - dem Bemalen - fortsetzen zu können. Hierzu wird zunächst grundiert (mit Tiefgrund). Anschließend wird mit hellgrauer Dispersionsfarbe (mit Wasser verdünnt) vollflächig bemalt. Auch Beton- und Steinmauern.

Nach vollständiger Trocknung wird mit hell-violettrotbrauner Dispersionsfarbe (je nach Felsenart unterschiedlich) darübergemalt und mit einem feuchten Schwämmchen sofort nachgewischt - bzw. besser getupft. Dasselbe wird nach neuerlicher Trocknung mit dunkelgrau gemacht. Es entstehen sehr realistisch wirkende Felsenstrukturen. Den letzten Schliff erhalten die Felsbilder, indem mit weißer Plakatfarbe graniert wird. Hierzu wird nur ganz wenig Farbe auf einen Borstenpinsel aufgenommen (vorher auf Papier ausmalen) und dann über die Kanten im Fels gewischt. Hiermit werden die typischen Lichteffekte sehr gut nachgebildet und die Felsen erhalten ihr Finish.



(C) 2001-03 Martin Bauer, 3500 Krems